... das sagen die Teilnehmer über die SOMAK 2011:



Ein Erlebnisbericht von David Scholz und Michael Melcher – Teilnehmer aus der Lausitz


Vom 18. 09 bis 23.09.2011 waren wir zu Gast bei der Sommerakademie mit dem diesjährigen Thema „Bergbaulandschaft als Tourismusmagnet – zwischen Aktivposten und Erfahrungen des Scheiterns“. Bei unserer Anreise am Sonntag wussten wir noch nicht was uns erwarten würde. Aufgrund unserer Arbeit im excursio Bergbautourismus e.V., sprach uns dieses Thema besonders an, da wir bereits viel über das Mitteldeutsche Braunkohlenrevier erfahren hatten und wir viele Parallelen zum Lausitzer Revier sehen.

In beiden Regionen entwickelt sich aus dem Bergbau eine Seenlandschaft für die Bevölkerung, das Lausitzer sowie das Leipziger Neuseenland. Aus diesem Grund zögerten wir nicht lange uns anzumelden, denn für uns war es wichtig zu wissen, welche Schwierigkeiten und Erfolge es in Mitteldeutschland gibt und schon gab. Als wir am Sonntag anreisten wurden wir von Sabine und ihrem Team herzlichst empfangen. Wir haben uns sofort wohl gefühlt und ein höheres Qualitätsmerkmal gibt es unserer Meinung nach nicht.

Nach Eröffnung der Sommerakademie durch Herrn Junge (Geschäftsführer Personal der MIBRAG mbH, Vorsitzender des Kuratoriums der Kulturstiftung Hohenmölsen), stimmte uns Prof. Dr. Berkner (Orga-Team SOMAK) auf das Thema der diesjährigen Sommerakademie ein. Nach einem gemütlichen Abendessen konnten wir alle Teilnehmer in einer geselligen Runde besser kennen lernen. Ab Montag ging es dann von einem Höhepunkt zum nächsten.

Unsere Reise durchs Revier führte uns unter anderem zum Bergbau-Technik-Park, den Markkleeberger See, den Tagebau Profen und zum Weingut Triebe in Würchwitz, um nur einige Stationen zu nennen. Jeder Besuch hatte seinen Reiz. In vielen Projekten konnte man genau die Aktivposten aber auch Erfahrungen des Scheiterns entdecken. Man sah, dass einige Vorhaben funktionieren und andere noch Entwicklungszeit benötigen. Allerdings braucht auch die Lausitz noch einige Jahre um alle Ziele zu erreichen. Jeden Abend haben wir uns dann in unserem Basislager, dem Naturfreundehaus in Grethen, wieder getroffen und unseren erlebnisreichen Tag gemeinsam ausgewertet. Am Freitag stellten wir unsere Erfahrungen, Ideen und Kritiken bei der Festsitzung zum 15. Jahrestag des „Dachvereins Mitteldeutsche Straße der Braunkohle e.V.“ einem interessierten Publikum vor.

Was hat uns die Woche gebracht: zum einen haben wir neue interessante Aspekte zur Gestaltung einer Bergbaufolgelandschaft kennen gelernt, zum anderen begeisterte uns das Projekt Sommerakademie. Wir haben schon an vielen Seminaren und Weiterbildungen teilgenommen, aber in der Form war es das erste Mal. Sabine, Lisette, Annika und alle anderen Organisatoren stecken so viel Herz in diese Akademie, was uns als Gäste förmlich angesteckt hat. Wir müssen es nochmal sagen, vielen lieben Dank für diese schöne Zeit und wir versprechen Euch, dass wir uns alle wieder sehen.

Liebe Grüße aus Welzow- Der Stadt am Tagebau

David und Michael




Sandra Nicolaus: „Auf der Strasse der Braunkohle. Eine Entdeckungsreise durch Mitteldeutschland.“

Ein Resümee zum Exkursionsführer.

So wie uns der Bergmannsgruß „Glück auf“ durch die SOMAK-Woche führte, so begleitete uns auch der Exkursionsführer „Auf der Strasse der Braunkohle“ bei unserer Entdeckungsreise durch Mitteldeutschland. Bereits am ersten Tag – dem Sonntag – erhielten wir dieses beeindruckende und überaus praktische Buch. Vielen Dank dafür.

Ein beeindruckendes Buch:
  • beeindruckend in seinem Umfang von 412 Seiten,
  • beeindruckend durch seinen kompakten und gleichzeitig tiefgreifenden Inhalt,
  • beeindruckend in seinem vielfältigen Angebot in den Bereichen Technik und Industriearchitektur, Natur und Landschaft, Bildung, Siedlung, Freizeit, Sport, Erholung und Wasser,
  • beeindruckend durch sein ansprechendes Layout.
Dabei beeindruckte uns schon das Titelbild: Eine Mannschaft im Schlauchboot beim Wildwasser-Rafting vor der Kulisse eines Absetzers und ganz im Hintergrund Kühltürme eines Kraftwerkes. Zugegeben, es ließ bei uns zunächst den Verdacht auf gekonnte Bildbearbeitung aufkommen. Doch das Motiv sollte sich als überaus real erweisen: genauso sieht es aus beim Kanupark am Markkleeberger See, stellten wir während der Exkursion am Montag fest. Erlebten wir auch den Kanupark nicht in Aktion, so konnten wir uns davon überzeugen, dass im Hintergrund der Bergbau-Technik-Park und das Kraftwerk Lippendorf als Landmarken zu sehen sind.

Der Exkursionsführer ist zugleich ein praktisches Buch:
  • praktisch in seiner Handhabung durch seine durchdachte Struktur,
  • praktisch in seinem Format, durch das er problemlos in jede Tasche passt,
  • praktisch durch ergänzendes Kartenmaterial.
In den ersten Tagen der SOMAK sollte der Exkursionsführer noch im Hintergrund bleiben, führten uns doch kompetente Ansprechpartner durch die Region. Seine große Stunde schlug am Mittwoch. In fünf Kleingruppen wurden wir in die Weiten des mitteldeutschen Braunkohlengebietes hinausgeschickt. Wie aber erging es uns so allein in der Braunkohlenwelt? Wies uns der Exkursionsführer sicher den Weg zu den Stationen, die uns unser Reisezettel vorschlug?

Erwartungsvoll suchten wir aus unserer Liste gemeinsam ein Ziel aus und nahmen das Buch zur Hand. Die nach Regionen aufgeführte Gliederung ergibt generell Sinn, die gute Einführung machte uns mit der Handhabung des Führers und dem Bewertungssystem für die vorgestellten Ziele vertraut. Das fand Anklang. Dennoch würden wir uns die farbig ausgeführte Bewertung um den Aspekt der Familienfreundlichkeit und die Piktogramme um die Zusatzinformation der Barrierefreiheit ergänzt wünschen.

Enthusiastisch blätterten wir schließlich nach unserem ersten Ziel. Doch es sollte eine Weile dauern, bis wir es gefunden hatten. Das regional geordnete Verzeichnis bietet zwar einen guten Überblick, konkrete Ziele sind für Regionsunkundige jedoch schwer zu finden, wenn man sie nicht einer Region zuzuordnen weiß. Ein Stichwortverzeichnis wäre hier hilfreich, sind wir einhellig der Meinung.

Das gewünschte Ziel einmal im Buch gefunden, erwarteten uns gut verständliche, knappe Informationen, anschauliche Bilder, die Vorfreude weckten und nützliche Begleitinformationen wie Adressen, Anfahrt, Öffnungszeiten. Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Das wurde uns besonders bewusst, nachdem wir vor der verschlossenen Tür einer Ausstellung standen und der vertiefte Blick ins Buch erkennen ließ, dass diese nur auf Voranmeldung zu besichtigen ist. Das nächste Mal lesen wir vorher genauer.
Die Karten im Anhang gaben Orientierung, würden uns aber noch besser gefallen, wenn sie den jeweiligen Abschnitten der Regionen zugeordnet wären. Ein ständiges Blättern ans Ende des Buches wäre dann nicht mehr notwendig.

Mit Hilfe des Exkursionsführers gelangten wir zu spannenden Sachzeugen und beeindruckenden Landschaften, die wir ohne ihn sicher nicht gefunden hätten. Doch unsere Ausflüge wurden zum Teil zum ganz besonderen Erlebnis: endete in einem Fall der Weg beispielsweise im dichten Schilf statt am gut zugänglichen Ufer oder war das Fahren durch unzureichende oder einseitige Ausschilderung mit erhöhtem Schwierigkeitsgrad verbunden und endete gar am Verbotsschild. Ein anderes Mal war ein im Führer mit zufriedenstellend ausgewiesenem Zustand klassifiziertes Kraftwerk leider nur noch in Spuren vorhanden. Das Leben ist voller Herausforderungen und Überraschungen und uns ist bewusst, dass die Region von Veränderungen geprägt ist.

Auf unseren Exkursionen trafen wir auf viele engagierte Menschen, die mit Herz und Seele ihre Einrichtungen präsentierten. Wir begegneten jedoch auch überaus „sachkundigen“ Einheimischen, die versicherten, dass die Schmalspurbahn (Kohlebahn) auf dem regulären Gleis der Deutschen Bahn angefahren käme, wenn man nur lange genug warten würde.

Insgesamt verbrachten wir einen erlebnisreichen Tag. Er führte unsere Gruppen zur Goitzsche, zum Kraftwerk Zschornewitz, zum Hermannschacht Zeitz, in die Leipziger Neuseenlandschaft, zur Ökologischen Station Borna-Birkenhain und zu vielen weiteren sehenswerten Zielen. Auf der Mitteldeutschen Straße der Braunkohle gibt es für jeden etwas Spannendes zu entdecken, fällt die Begeisterung für bestimmte Ziele auch unterschiedlich aus. So ist beispielsweise ein Findlingspark für den einen eine faszinierende Stätte voller geologischer Schätze, für den anderen lediglich eine Wiese mit Steinen.

Der Exkursionsführer hatte einen entscheidenden Anteil daran, dass wird den Ausflug so genießen konnten: ein gelungenes Werk – sind wir uns einig. Gern stehen wir zur Verfügung, wenn es um weitere Hinweise und Anregungen für die nächsten Auflage geht. Fragen Sie uns!


Vielen Dank und Glück auf.