Sachzeugen des Braunkohlenbergbaus - Spurensuche und Neuorientierung

Schirmherr: Prof. Dr. Jan-Hendrik Olbertz

Interdisziplinäres Arbeiten

In einer ungewöhnlichen Kooperation aus Politik, Kultur, Wirtschaft, Lehre sowie Wissenschaft und eingebunden in das EU-Programm INTERREG III B/CADSES im Projekt REVITAMIN „Revitalisierung von ehemaligen Bergbauflächen und -gebieten“, führte die Kulturstiftung Hohenmölsen vom 04.09 bis zum 09.09 2005 ihre 3. Sommerakademie durch.

Auf Anregung der Teilnehmer der 2. Sommerakademie wurde das Thema: „Sachzeugen des Braunkohlenbergbaus - Spurensuche und Neuorientierung“ gewählt.

Zu den Hinterlassenschaften in den Bergbauregionen Mittel- und Osteuropas zählen nicht nur devastierte Landschaften, es sind auch historisch wertvolle Sachzeugen, die sogenannten bergbaulichen Relikte. Dazu gehören technische Anlagen und Maschinen von faszinierender Dimension, bemerkenswerte architektonische und kulturelle Einrichtungen, durch den Bergbau umgestaltete Landschaften, aber auch bergbauliche Traditionen.

Die Sommerakademie richtete sich an einheimische und ausländische Abiturienten, Studierende und Hochschulabsolvent, vorwiegend aus den Regionen der Projektpartner des EU Projektes REVITAMIN (Österreich, Slowenien, Tschechien, Slowakei und Deutschland). Den fachübergreifenden Diskurs führten 15 verschiedene Fachdisziplinen.

Exkursionen, Diskussionen, Workshops waren neben den Einblicken in den noch aktiven Bergbau und in „die Landschaft nach der Kohle“ Bestandteil der Veranstaltung.

Die Teilnehmer erhielten die Möglichkeit, an konkreten Gestaltungsaufgaben mitzuarbeiten. Die zwei Veranstaltungsorte „Pfännerhall / Braunsbedra“ und der „Herrmannschacht / Zeitz“, bereits als historisch wertvolle eingestuften Bergbaurelikte, boten eine angemessene und inspirierende Atmosphäre, forderten zugleich auf, sie als konventionelles Kulturerbe zu begreifen und nach innovativen Impulsen zur deren Nutzung zu suchen.

Teilnehmerfeld

An den 3. Sommerakademie nahmen 32 junge Leute, drunter 7 mittel- und osteuropäische Studenten und Hochschulabsolventen aus 15 verschiedene Fachdisziplinen teil.

15 Schüler der oberen Klassestufe des Geiseltalgymnasiums Mücheln nahmen an den Erfahrungs- und Meinungsaustausch teil.

Vertreter der Hochschulen, der Forschung, der Wirtschaft, der Kommunalpolitik, Verbänden und andere Institutionen besuchte die einwöchige Veranstaltung. An der öffentlichen Teilnehmer- Abschlusspräsentation waren ca. 200 Personen anwesend.

Das Programm:

Die „Arbeitsgruppe SOMAK 2005“ stellte ein abwechslungsreiches und forderndes Programm zusammen.

Nach der Auftaktveranstaltung mit Einführung ins Thema starteten die jungen Leute am 1. Tag zum Ausgangspunkt, nämlich den aktiven Bergbau. „Spuren“ wurden aufgenommen: „Eine Region und ihre Historie, Gegenwart und Zukunft“. Neben der Tagebaubefahrung fand die Besichtigung des Reviers, des Bergbaumuseum Deuben und der ehem. Gemeinde Großgrimma, die Aufgrund der Tagebauerweiterung umgesiedelt ist, statt. An nächsten Tag wurden „Spuren gelegt“: „Wegemarken. Wege vom alten ins neue Land. Wege an neuen Ufern“ eine Expegition ins Geiseltal.

Der nächste Tag Stand ganz im Zeichen des EU Projektes REVITAMIN. Die Projektpartner aus Tschechien, Slowenien, Österreich und Deutschland, berichtetet nicht nur über die Inhalte des Projektes sondern über eine notwendige Zusammenarbeit und die Netzwerkbildung innerhalb der Projektlaufzeit. Anschließend bot der Hermannschacht, als älteste noch erhaltene Brikettfabrik der Welt, Anlass zum Diskutieren und Kultur Life zu erleben.

„Spuren des Braunkohlenbergbaus im Südraum Leipzig“ wurden per Fahrrad entdeckt. Eine echte Erlebnistour mit dem sehr engagierten Bürgermeister der Stadt Zwenkau und dem Leiter des regionalen Planungsverbandes Westsachsen, die den Teilnehmern das Sanierungsgebiet mit: Cospudener See - Aussichtsturm - Bistumshöhe - „Zwischenlandschaft“ Zwenkau samt Baustelle A 38 vorstellten.

Im Rahmen des „7. Zukunftsforums Geiseltal“ fand die Abschlussveranstaltung statt. Die Schüler des Geiseltalgymnasiums stellten ihre Zeichnung vor und die offiziellen Teilnehmer der SOMAK präsentierten in 4 interdisziplinär und international besetzen Gruppen, vor einer breiten Öffentlichkeit ihre Arbeiten als Lösungsansätze:
Gruppe 1 Gruppe 2 Gruppe 3 Gruppe 4
Aussichtspunkt Profen-Nord: Spuren erkunden - Spuren erblicken - Spuren legen - Spuren greifbar machen Pfännerhall als Eingangstor in das Geiseltal Eine Zeitreise Geschichte und Zukunft des Geiseltals Touristisches Informationskonzept Mitteldeutschland Den Wandel erleben und gestalten