„UMBRÜCHE“ im Spannungsfeld zwischen Gemeinwohl, privatwirtschaftlichen und individuellen Interessen

Montag

Der erste Tag der diesjährigen Sommerakademie stand unter dem Tagesthema UMseheN und war dem Braunkohlenbergbau und dessen Folgen in der Region gewidmet. So sahen wir uns als erstes im Bergbauunternehmen MIBRAG um. Nach einer ersten Vorstellungsrunde erhielten wir auch die Möglichkeit, einen Tagebau mit den darin arbeitenden Baggern, Bandanlagen und weiterer Technik ganz aus der Nähe kennenzulernen. Wir machten Halt an verschiedenen Aussichtspunkten und die jungen Bergbauingenieure aus dem Unternehmen erklärten uns alles und beantworteten jede unserer Fragen.

· Am frühen Nachmittag haben wir uns dann am Großstolpener See mit dem Geschäftsführer der GALA MIBRAG Service GmbH getroffen, der uns das Gelände um den See herum vorstellte. Durch eine zielgerichtete Geländeprofilierung bereits während des Bergbaubetriebes und der nachfolgenden Begrünung, Anpflanzung und Wegebau konnte ein Landschaftsareal für die Naherholung geschaffen werden. Der Spaziergang tat richtig gut, um einerseits all die vielen Neuigkeiten des ersten Tages als auch das Mittagessen verdauen zu können.

· Anschließend ging es weiter zu einem anderen Standort einer Nachnutzung von ehemaligem Bergbaugelände. Wir besuchten die Buffalo Ranch in Neukieritzsch, wo amerikanische Bisons gezüchtet werden. Die Ranch befindet sich auf einer ehemaligen Abraumhalde. Hier trafen wir neben den Geschäftsführern der Ranch, der GALA auch noch einmal den Geschäftsführer der MIBRAG und weitere aktive und ehemalige Bergleute, mit denen wir uns ausführlich in gemütlicher Runde über die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Kohlebergbaues unterhalten konnten.

Dienstag

Am Dienstag ging die Sommerakademie mit dem Tagesthema UMdenken weiter. So besuchten wir am Vormittag die Raffinerie TOTAL in Leuna. Sie ist eine wichtige Versorgungskomponente am Chemiestandort Leuna-Buna und darüber hinaus für Deutschland und weltweit. Insgesamt sind etwa 100 Firmen am Chemiestandort angesiedelt, davon über 20 im Bereich Chemie/Mineralöle. Nach einem Mittagsimbiss ging es anschließend zur Fachhochschule Merseburg. Hier konnten wir uns darüber informieren, wie sich der Campus der Hochschule strukturiert ist und welche Studienmöglichkeiten hier angeboten werden. Interessant war die Frage danach, wie man kreative Köpfe in der Region hält bzw. diese in die Region lockt? Dass dabei Industrie und Wissenschaft einen gemeinsamen Weg gehen, das konnten wir in den Gesprächen mit den Vertretern von Total als auch von der Hochschule gut spüren.

Am Nachmittag ging es ins Geiseltal nach Pfännerhall. Hier entwickelt sich wiederum aus einem ehemaligen Bergbaustandort eine völlig neue Landschaft. Durch die Flutung des Geiseltalsees entsteht das größte künstlich angelegte Binnengewässer in Deutschland. An den Ufern des Sees entstehen eine Marina, Ferienunterkünfte, Angebote für Wassersport, aber auch Bereiche für Natur- und Landschaftsschutz. In Pfännerhall, einer ehemaligen Werkstatt, wurde eine Stätte für Kultur und Freizeit geschaffen. Die Angebote und die Gestaltung der Anlage und des Umfeldes unterliegt ebenfalls einem ständigen Wandel. Neue Ideen sind jederzeit willkommen. Uns hat auf jeden Fall die gemütliche Kaffeepause super gefallen. Wie uns berichtet wurde, haben auch schon einige Sommerakademien hier stattgefunden.

Mittwoch

Am Mittwoch ging es bei der Sommerakademie ums UMGESTALTEN - Vom ökologischen Desaster zu zukunftsfähigen Landschaften. Sicher rümpfen noch viele die Nase, wenn sie von Bitterfeld hören. Aber der heutige Tag sollte uns etwas anderes lehren. In Bitterfeld angekommen, besuchten wir als erstes den SAFIRA-Standort, wo unter wissenschaftlicher Betreuung eine großräumige Grundwassersanierung stattfindet in einer Region, die ebenfalls über viele Jahrzehnte von Chemie und Bergbau geprägt war. Heute sind bereits viele alte Chemieanlagen abgerissen und der Bergbau wurde eingestellt.

Die Goitzsche ist ähnlich wie das Geiseltal ein ehemaliger Standort des Braunkohlenbergbaues. Jetzt ist hier ein großer Seenverbund mit verschiedenen Nutzungen entstanden. Zum einen natürlich wieder mit unterschiedlichen Freizeitangeboten wie Yachthafen, Surfschule, Restaurants, Badestrände usw. Aber mit der Goitzsche-Wildnis wurde aus einem Niemandsland ein Großprojekt für den Naturschutz geschaffen. Die Besucher können hier beobachten, wie die Natur mit seltenen Pflanzen und Tieren wieder langsam Einzug hält.

Am Rand der Goitzsche steht der Bitterfelder Bogen“ als neue Landmarke, die über die Baumwipfel hinaus zu sehen ist. Nach einer „Schiffsreise“ über den See, haben wir außerdem auch den Bittefelder Bogen bestiegen, um einen Überblick über die alte und neue Landschaft am Stadtrand von Bitterfeld zu erhalten.

Ein weiteres super interessantes Highlight des heutigen Tages war der Besuch des Flughafens Leipzig-Halle mit dem DHL-Drehkreuz, ein weiteres Beispiel der Umgestaltung der Region. Infolge von Neuansiedlungen auf der Grünen Wiese gibt es heute im Vergleich zur Vergangenheit andere neue Probleme und Diskussionen, denen sich die Akteure stellen müssen, wie z.B. das Drehkreuz im Visier der Fluglärmdebatte aber auch als Jobmotor, ein Spagat zwischen wirtschaftlichen und ökologischen Interesse

Auf dem Heimweg nach Hohenmölsen machten wir einen kleinen UMweg durch Wählitz. Hier machten wir Halt, um mit einem gemütlichen Abendessen in der Erlebniskirche und am Lagerfeuer den Abend mit Gesang und guter Laune ausklingen zu lassen.

Donnerstag

Der Donnerstag stand unter dem Tagesthema UMZIEHEN und es ging um die bergbaubedingte Umsiedlung der Gemeinde Großgrimma nach Hohenmölsen aber auch um den gesamten Standumbau dieser Kleinstand im Verlaufe ihrer Geschichte. So trafen wir uns am Morgen vor unserem Hotel, welches sich übrigens auch am Südhang, dem Umsiedlungsstandort, befindet mit einigen Umsiedlern und Akteuren der Stadt, die sich für die Entwicklung, Gestaltung und das Leben in ihrer Stadt engagieren. So machten wir einen Rundgang mit Umsiedlern über den Südhang, ihrem neuen Wohnort. Wir diskutierten aber auch mit Vertretern der MIBRAG, die verantwortlich waren, die Umsiedlung im Konsens mit den Einwohnern und der Kommunalpolitik durchzuführen. Wir waren unterwegs mit dem Bürgermeister der Stadt, dem evangelischen Pfarrer, dem Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft und dem Vorsitzenden des Vereins Drei Türme e.V.

· Am Nachmittag fuhren wir zum Mondsee, wo im vergangenen Jahr die damaligen Teilnehmer der SOMAK einen Sommerakademie-Hain angelegt hatten. In diesem Jahr haben wir in diesem Areal Trittsteine verlegt. Diese Steinplatten symbolisieren die 6 Dörfer der Gemeinde Großgrimma, die umgesiedelt wurden. Es wurde spannend gemacht, denn wir sollten diese Steine auch nach maßstabsgetreuer Landkarte einmessen und verlegen. Dank Zeichnung und Bandmaß ist es auch gelungen. Bei diesem Event waren auch einige ehemalige Umsiedler dabei. So war es für alle Beteiligten eine schöne Erinnerung, als die ehemaligen Einwohner des jeweiligen Dorfes „ihren“ Stein „besetzten“.Der Donnerstag stand unter dem Tagesthema UMZIEHEN und es ging um die bergbaubedingte Umsiedlung der Gemeinde Großgrimma nach Hohenmölsen aber auch um den gesamten Standumbau dieser Kleinstand im Verlaufe ihrer Geschichte. So trafen wir uns am Morgen vor unserem Hotel, welches sich übrigens auch am Südhang, dem Umsiedlungsstandort, befindet mit einigen Umsiedlern und Akteuren der Stadt, die sich für die Entwicklung, Gestaltung und das Leben in ihrer Stadt engagieren. So machten wir einen Rundgang mit Umsiedlern über den Südhang, ihrem neuen Wohnort. Wir diskutierten aber auch mit Vertretern der MIBRAG, die verantwortlich waren, die Umsiedlung im Konsens mit den Einwohnern und der Kommunalpolitik durchzuführen. Wir waren unterwegs mit dem Bürgermeister der Stadt, dem evangelischen Pfarrer, dem Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft und dem Vorsitzenden des Vereins Drei Türme e.V.

· Am Nachmittag fuhren wir zum Mondsee, wo im vergangenen Jahr die damaligen Teilnehmer der SOMAK einen Sommerakademie-Hain angelegt hatten. In diesem Jahr haben wir in diesem Areal Trittsteine verlegt. Diese Steinplatten symbolisieren die 6 Dörfer der Gemeinde Großgrimma, die umgesiedelt wurden. Es wurde spannend gemacht, denn wir sollten diese Steine auch nach maßstabsgetreuer Landkarte einmessen und verlegen. Dank Zeichnung und Bandmaß ist es auch gelungen. Bei diesem Event waren auch einige ehemalige Umsiedler dabei. So war es für alle Beteiligten eine schöne Erinnerung, als die ehemaligen Einwohner des jeweiligen Dorfes „ihren“ Stein „besetzten“.

Freitag

Und schon war der letzte Tag der Sommerakademie angebrochen, der eine Umschau im Sinne einer Rückschau sein sollte. Die Teilnehmer waren aufgefordert, das in den letzten Tagen Gesehene, Gehörte und Erlebte in einer kleinen Präsentation umzusetzen. Eigene Ideen und Kreativität waren gefragt. So ging es gleich nach dem Frühstück an die Vorbereitungen.

Am Nachmittag war es dann soweit. Im Bürgerhaus Hohenmölsen versammelten sich viele Gäste. Diese durften nicht enttäuscht werden. Es gab insgesamt fünf verschiedene Präsentationen. Laienspiel und Entertainment waren sehr angesagt, um die eigenen Gedanken, Meinungen und Denkanstöße rüber zu bringen. Es gab z.B. ein Treffen von alten Bekannten in Neuendorf. Jeder von ihnen kommt aus einer anderen Ecke und hat eine andere persönliche Geschichte, aber in Neuendorf müssen und wollen sie jetzt gemeinsam ihren Lebensabend verbringen. Eine andere Gruppe kämpfte ein Umsiedler-Duell Großgrimma-Heuersdorf aus. Eine weitere Gruppe suchte danach, was jeder einzelner von sich „opfern“ könnte, um künftig in einem schönen und lebenswerten und sicheren Umfeld leben zu können. Auch der Bericht unserer Freunde aus Serbien über ihr Leben, Erfahrungen und Wünsche war sehr interessant.

Am Ende der Veranstaltung hat jeder der Teilnehmer ein Zertifikat erhalten. Bei einem gemütlichen Abendessen und Plaudereien bis in die Nacht hinein ging die Sommerakademie zu Ende. Es war für alle eine erlebnisreiche Woche, die sicher lange in Erinnerung bleibt. Und wer weiß, vielleicht trifft sich der eine oder andere noch einmal bei einer der nächsten Sommerakademie. So war es übrigens auch in diesem Jahr, es waren einige „Wiederholungstäter“ dabei.