„Bergbaulandschaft als Tourismusmagnet – zwischen Aktivposten & Erfahrungen des Scheiterns“  

Lisette Christ
OrgaTeam SOMAK 2011

Sonntag, 18.09.2011

Am Sonntag war es endlich soweit!!! Es hieß ab in das Naturfreundhaus Grethen e.V. zum Startschuss der 9. SOMAK mit dem Thema „Bergbaulandschaft als Tourismusmagnet – zwischen Aktivposten und Erfahrungen des Scheiterns“. Ganz aufgeregt warteten wir auf die 29 Teilnehmer, die wir auf eine interessante Entdeckungsreise zu den touristischen Attraktionen in Mitteldeutschland eingeladen hatten.

Nach Begrüßung durch den Geschäftsführer Personal/Arbeitsdirektor der MIBRAG mbH, Herrn Heinz Junge sowie durch die Teilnehmer der SOMAK 2010, Silke und Robert, wurden wir durch Herrn Prof. Dr. habil Andreas Berkner für das Thema der diesjährigen SOMAK sensibilisiert. Unsere Aufgabe wurde deutlich gestellt, wir begeben uns als eine Art „Tourismustester“ zu den vielen Stationen, die uns diese Woche erwarten sollten, unser Augenmerk soll auf die Entwicklung der Region nach dem Bergbau gelegt werden. Welche Tourismusmagnete sind vorhanden, welche braucht die Region? Welche wichtigen Strategien und die Konzepte bedarf die Entwicklung eines Tourismusmagnetes und was muss beachtet werden. Wie kann man mit Erfahrungen des Scheiterns umgehen, wie kann man dies vermeiden?
Als wichtiger Wegweiser wurde uns ein Exkursionsführer ausgehändigt (herausgegebener Reiseführer des Dachvereins Mitteldeutsche Straße der Braunkohle e.V.), der sich als wichtige Hilfe in dieser Woche beweisen sollte.
Gespannt auf eine erlebnisreiche Woche ließen wir den Sonntagabend in einer lustigen Kennenlernrunde mit gemütlichem Abendessen ausklingen. 

Begrüßung und Einführung in das Thema

Geselliger Kennlernabend

Montag, 19.09.2011

Die Montagsmission stand unter dem Thema Landschaften nach der Kohle. Und jeder wusste heute fahren wir zu den Tagebauseen! Das Leipziger Neuseenland sowie der Geiseltalsee bildeten unsere Hauptstationen des heutigen Tages.

Die erste Attraktion, die man immer direkt von der A 38 erblicken kann, war der Bergbau-Technik-Park. Vom stellvertretenden Vorsitzenden des Vereins Bergbau-Technik Park e.V., Herrn Peter Krümmel wurden wir sehr herzlich über die Entstehung der Idee zum Bergbau-Technik Park und die Gründung des gleichnamigen Vereins aufgeklärt. Beim Rundgang durch den Park konnte man nicht nur einen Schaufelradbagger und einen Absetzer bestaunen, nein Dank den ausführlichen Erläuterungen von Herrn Krümmel wurden wir auch in andere Gebiete des Bergbaus eingeführt.

Am Störmthaler und Markleeberger See konnten wir zahlreiche Aktivitäten beobachten. Am meisten aber jedoch beeindruckte uns die schwimmende Kirche „VINETA“, das Markenzeichen des Störmthaler Sees, ein Projekt was im Jahre 2007 in Gedenken an das Dorf Magdeborn ins Leben gerufen wurde. Die schwimmende Kirchenkuppel wird für Veranstaltungen aber auch Hochzeiten gern genutzt. Die Hauptattraktion des Markleeberger Sees und vielen Teilnehmern bekannt ist der Kanupark Markleeberg. Viele konnten schon von den eigenen Erfahrungen aus dem Schlauchboot berichten. Nach Stärkung im Restaurant des Kanuparks ging es auf zum Geiseltalsee, denn dort sollte uns heute noch sportliche Aktivität erwarten.

Angekommen in Braunsbedra wurden wir von Frau Dr. Renate Patz (Mitglied des OrgaTeam der SOMAK) in der Zentralwerkstatt Pfännerhall begrüßt. Bevor wir den Rundgang durch die Ausstellung „Stationen der Fahrradgeschichte“ starteten, hieß es reingetreten in die Pedalen und eine Runde mit den Fahrrädern um den Geiseltalsee. Auf unserer Tour konnten wir den Hafenstandort Marina Mücheln sowie den in Bau befindlichen Hafenstandort Braunsbedra bestaunen. Nach einigen Kilometern war sogar eine Kostprobe des hier angebauten Weines am Geiseltalsee möglich.
In anschließender Diskussionsrunde in der Pfännerhall wurden wir auf die Herausforderungen der Region rund um den Geisletalsee aufmerksam gemacht und lernten einige wichtige Aspekte über diese Tourismusregion kennen.

Markleeberger Kanupark mit Bergbau-Technik Park und Kraftwerk Lippendorf im Hintergrund

Fahrradtour am Geiseltalsee

Dienstag, 20.09.2011

Am Dienstag, der unter dem Thema „Metamorphose einer Landschaft“ stand, hatten wir die Chance den direkten Weg vor, während und nach dem Bergbau kennenzulernen.

Nach kurzem Einführungsvortrag durch Anja Knipfer und Dr. Jörg Benndorf, fuhren wir mit zwei MTW´s an den Umsiedlungsstandort Großgrimma, wo uns Sabine Meinhardt ihre eigene Geschichte erzählen konnte. Als ehemalige Bürgermeisterin von Großgrimma begleitete Sie die Umsiedlung der Ortschaft.

Danach ging es direkt in den aktiven Tagebau, wo wir die Tagebaugeräte aus nächster Nähe bestaunen konnten.

Und nach Besichtigung und Erläuterung des Tagebaus, ging es direkt zur Außenkippe um den Beginn der Metamorphose der Landschaft sehen zu können. Ausführlich berichtete uns, Sandra Tieg von der GALA, die Maßnahmen der Rekultivierung und die Gestaltungsmöglichkeiten für ein Tagebaurestloch. Am Beispiel des Mondsees konnte man sehr gut erkennen, was nach dem Tagebau alles möglich ist.

Nach einer kräftigen Stärkung und dem Genuss der Sonnenstrahlen mussten wir uns vom Mondsee verabschieden, denn heute wollten wir noch „Tacheles“ reden.
Eingeladen waren die Teilnehmer der 9. SOMAK sowie zahlreiche regionale Akteure in das Weingut Würchwitz bei Zeitz um über touristische Aktivitäten und zukünftige Perspektiven zu diskutieren.

Teilnehmer der 9. SOMAK vor dem SRs 2000

Mittwoch, 21.09.2012

Das große Highlight der Woche sollte uns an diesem Mittwoch erwarten. Schon am Sonntag wurden die Teilnehmer in 5 Gruppen eingeteilt, denn es hieß Wandertag. Jede Gruppe hatte ein Befahrungsstandort vorgegeben und danach hieß es anhand des Exkursionsführers die „Mitteldeutsche Straße der Braunkohle“ erkunden.

Heute waren wir an der Reihe unsere eigenen Erfahrungen als Touristen zu sammeln und mit den Akteuren direkt in den Kontakt zu treten. Natürlich wurde heute unser Exkursionsführer getestet. Die 5 Stationen zu denen die Teilnehmer geschickt wurden waren, die Goitzsche, das Kraftwerk Zschornewitz, der Herrmannschacht in Zeitz, die Ökologische Station Borna-Birkenhain sowie das Leipziger Neuseenland.

Einige Schnappschüsse vom Wandertag

Donnerstag, 22.09.2011

Das Motto „Infrastruktur- und Siedlungsentwicklung im Revier“ prägte den Donnerstag.
Gleich am Morgen fuhren wir zum Umspannwerk Zwenkau. Am Ziel angekommen, begrüßte Frau Yvette Roch, Sachbearbeiterin der Sekundärtechnik, die Teilnehmer und lud uns zum Rundgang auf dem Gelände der 110- Kilovolt- Schaltanlage ein.


Nach Steuereinheiten und Schutzeinrichtungen ging es für die Teilnehmer weiter nach Kahnsdorf. Dort hatten wir Gelegenheit das Schillerhaus zu besichtigen, in dem Friedrich Schiller auf den Förderer Christian Gottfried Körner traf, welcher später zu seinem besten Freund wurde. Diese Begegnung verhalf Schiller zur Wende seines Lebens, denn hier soll er zum Schreiben seiner „Ode an der Freude“ inspiriert worden sein. Das heutige Schillerhaus dient nun dem Anlass von Hochzeiten, Taufen, Firmenjubiläen oder Tagungen.

Nur wenige Schritte vom Schillerhaus entfernt treffen wir auf den Hainer See, wo Seegrundstücke durch die Blauwasser GmbH verpachtet werden. Wir dürfen sogar ein Haus an der Lagune besichtigen und genießen den Ausblick von der Terrasse zum See.

Nach kurzer Fahrt und Stärkung in der Kantine von envia M treten wir unsere Heimreise in das Basislager an, denn morgen ist der große Tag der Abschlusspräsentation und es gibt noch einiges zu tun!

Umspannwerk Zwenkau

Schillerhaus

Seegrundstück am Hainer See

Freitag, 23.09.2011

Unser großer Tag steht bevor, es ist Zeit für unsere Abschlusspräsentation. Anlässlich der Festsitzung zum 15. Jahrestag des Dachvereins „Mitteldeutsche Braunkohle e.V.“ dürfen wir unsere Ergebnisse präsentieren. Heute sind wir an der Reihe unsere Eindrücke in Präsentationen zu veranschaulichen und neue Ideen zu äußern.
Nach einer gelungen Veranstaltung konnten die Teilnehmer ihre Zertifikate in den Händen halten.

Ein herzliches Dankeschön gilt an die Sponsoren und Organisatoren der SOMAK, ohne die die Sommerakademie nicht das wäre was sie ist!



Abschlusspräsentation

Zertifikatsübergabe