Unser Leben mit der Kohle - SOMAK Classics

Susen Harnisch

Sonntag, den 16. September

Nun endlich sollte die spannende Jubiläums-SOMAK für uns beginnen. Begrüßt von herrlichstem Sonnenschein trafen nach und nach alle Teilnehmer in unserem Quartier, Hotel „Am Platz des Bergmanns“ in Hohenmölsen, ein.
Nach der Eröffnungsrede von Heinz Junge, dem Vorsitzenden des Kuratoriums der Kulturstiftung Hohenmölsen und Geschäftsführer der Personalabteilung der MIBRAG mbH, folgten Grußworte der ehemaligen „Somakianer“ Martin Hoffmann und Benjamin Prager sowie des Schirmherren der Sommerakademien Rüdiger Erben. Anschließend gab uns Herr Prof. Dr. habil. Andreas Berkner erste Einblicke in das Thema der 10. SOMAK „Unser Leben mit der Kohle SOMAK Classics“.
Ziel dieser Woche sollte es sein, uns die bedeutendsten Stationen aus 10 Jahren SOMAK zu zeigen und zu vergegenwärtigen, welchen demografischen Einfluss der Kohlebergbau auf die Umgebung hat Dazu gehörte auch ein Einblick in Geschichte des Bergbaus und die Tourismusentwicklung in den entsprechenden Gebieten.
Mit dem gemeinsamen Abendessen wurde der offizielle Teil des Tages abgeschlossen und der gesellige begann. Die Mitglieder des Organisationsteams, Silke und Lisette, leiteten den Kennenlernabend ein und schafften mit kleinen Spielen und Scherzen eine gemütliche Atmosphäre. 



Montag, den 17.09.2012

Unter dem Motto „Alles um den Rohstoff Kohle - Von der Erkundung bis zur Verwertung" starteten wir in den Montag. Die erste Station bildete der Tagebau Profen/Schwerzau. Nach einer ausführlichen geologischen und technischen Einführung durch Sebastian Krellig und Annika Friedrich begannen wir die Tagebaubefahrung. Sehr beeindruckend war es aus nächster Nähe zusehen, wie die gigantischen Bagger die Kohle und den Abraum abtragen. Neben dem aktiven Tagebau wurden uns auch die zwischenbegrünten und rekultivierten Flächen gezeigt. Letzte Station der Tagebaubegehung war der Kohlemisch- und Stapelplatz, auf dem die Kohle systematisch nach Güte gelagert wird.
Nach dem Mittagessen am Mondsee Pirkau fuhren wir weiter zum Industriestandort Deuben. Aufgeteilt in zwei Gruppen, erkundeten wir, unter der Führung von Wolfgang Wunderlich und Frank Gentzsch, das Kraftwerk sowie die Brikett- und Staubfabrik. Inmitten eines Brennofen zu stehen, ist schon ein eigenartiges Gefühl. Dennoch war der Blick vom Dach des Kraftwerkes unbeschreiblich.
Den Abschluss des Tages bildete eine Stadtführung durch die „Stadt der drei Türme“, Hohenmölsen. Der Bürgermeister Andy Haugk vermittelte uns auf spannende Art und Weise die Entwicklung der Stadt und machte deutlich, welchen hohen Stellenwert die Kohle für die Stadtentwicklung hatte und immer noch hat. Er erzählte uns auch von dem „Paradebeispiel“ einer Umsiedlung – Großgrimma –, welche von unserer „SOMAK-Mutti“, der ehemaligen Bürgermeisterin Großgrimmas und Direktorin der Kulturstiftung Hohenmölsen, Sabine Meinhardt, betreut wurde. Bekannt ist Hohenmölsen nicht nur für seine drei Türme, sondern auch für die fünf Kirchglocken, über deren Geschichte uns der ortsansässige Pfarrer mit viel Witz und Begeisterung berichtete.
Ausklingen ließen wir den Abend mit einem geselligen Abendessen und einer interessanten Gesprächsrunde, moderiert durch Madleine König, Juniormanagerin der MIBRAG. Der Geschäftsführer der MIBRAG mbH Dr. Joachim Geisler, der Bürgermeister der Stadt Hohenmölsen Andy Haugk und der Bürgermeister der Stadt Zeitz Henrik Otto stellten sich den Fragen der interessierten SOMAK-Teilnehmer zu den Themen „Stadtentwicklung & Braunkohle“ und „Braunkohlebergbau Fluch & Segen“.

Dienstag, den 18.09.2012


Dienstag führte die Reise in das Leipziger Neuseenland. Unter dem Thema „Tradition und Innovationen zwischen Museum, neuer „Silberhütte“, Kanupark und Großforschungseinrichtung“ begannen wir den Tag in Altenburg. Mike Jessat, der Direktor des Museums und selbst ehemaliger Bergmann, führte uns mit viel Enthusiasmus und Sachkenntnis durch das Naturkundemuseum „Mauritanum“ in Altenburg.
Im Anschluss ging es zu GEIGER Edelmetalle GmbH Espenhain, ein ehemals als Kraftwerk genutzter Industriestandort, welcher heute gewerblich genutzt wird. Der Geschäftsführer, Dr. Rolf Müller-Syring, zeigte uns den Standort und erläuterte die Produktionsschritte – vom Granulat zum Barren über die Vermarktung.
Bei schönstem Wetter genossen wir unser Mittagessen und die anschließende Radtour rund um den Markleeberger See. Am Nachmittag erwartete uns noch das Helmholz-Zentrum für Umweltforschung UFZ Leipzig-Halle. Nach einer Einführung durch Prof. Dr. Sigrun Kabisch und Dr. habil. Matthias Groß in die Themen Stadt- und Umweltsolziologie führten wir einen Bodendichtetest durch.


Mittwoch, den 19.09.2012

 
„Kohle zum Anfassen – Geiseltal & Triasland (Saale Unstrut – Geologie & andere Novitäten)“ war das Thema am Mittwoch. Der Tag begann in der Hochschule Merseburg mit dem Projekt „Chemie zum Anfassen – Experimente mit der Kohle“. Hier durften wir in kleinen Gruppen, neben interessanten Experimenten rund um die Kohle, auch Cremes und Seifen selbst herstellen. Im Anschluss daran wurde uns durch Herrn Thomas Nägler das „Ibi – Kohleprojekt“ näher erläutert. Dabei ging es darum, die stoffliche Verwertung der Kohle weiter zu erforschen und zu entwicklen.
In der Pfännerhall durften wir, unter dem Motto „Zwischen Erbe und Zukunft“, selbst zum Archäologen werden. Nach einem leckeren Mittagessen ging die Fahrt nach Karsdorf. Dort informierte uns Ron Tauber, von LAFARGE Zement GmbH, nicht nur darüber, wie Kalkstein entsteht, sondern auch, wie LAFArGE den Kalkstein abbaut und zu Zement weiterverarbeitet. Um uns die wunderschöne Landschaft näherzubringen, fuhren wir, in Begleitung von Thomas Böhm, dem Leiter des Wirtschaftsamtes Burgenlandkreis, in vier Kanus über die Unstrut. Im Weingut Thürkind ließen wir bei einer Gesprächsrunde zum Thema „Zwischen Kohle und Wein – Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß!“, gutem Wein und einem gemeinsamen Abendessen den Abend ausklingen.



Donnerstag, den 20.09.2012


Donnerstag war es nun endlich soweit der Exkursionstag stand auf der Tagesordnung. In den schon am Montag eingeteilten Gruppen erkundeten wir, gemeinsam mit unseren Fahrern, in Eigenregie die fünf verschiedenen Stationen in der Region genauer. Nachdem uns an den einzelnen Startpunkten die regionalen Akteure über Sehenswertes in der Region informierten, begaben wir uns anhand des Exkursionsführers, „Mitteldeutsche Straße der Braunkohle“ auf Erkundungstour und betrachteten die Region aus dem Blickwinkel potentieller Touristen.
In der Erlebniskirche Wählitz genossen wir unser gemeinsames Abendessen und tauschten uns anschließend in Stuhlkreisatmosphäre über das Erlebte aus.



Freitag, den 21.09.2012


Der Tag der Abschlusspräsentationen war gekommen. Alle gesammelten Eindrücke wurden in den Gruppen zu einer Präsentation umgesetzt. Einige Gruppen wurden dabei tatkräftig durch den Hohenmölsener Kindergarten unterstützt. Nach den gelungenen Präsentationen erhielten alle Teilnehmer ihre Zertifikate.
Eine Woche voller Spaß, interessanten Begegnungen und Gesprächen, geselligen Abenden, Enthusiasmus und Wissensbegierde ging nun zu Ende. Dabei gilt die größte Aufmerksamkeit und ein herzliches Dankeschön den Sponsoren und Organisatoren der SOMAK, ohne die wir diese tollen Erfahrungen nicht hätten sammeln können.